Wie man schwarze Algen im Pool entfernt
Schwarzalgen (Cyanobakterien) gehören zu den hartnäckigsten Problemen, mit denen Poolbesitzer konfrontiert werden können. Im Gegensatz zu Grün- oder Gelbalgen bilden Schwarzalgen eine schützende, wachsartige Schicht und „wurzeln“ tief in den Fugen oder porösen Oberflächen (wie Beton oder Putz).
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie diese Algen nach deutschen Standards effektiv und nachhaltig entfernen.
1. Wasserwerte testen und einstellen (Die Basis)
Bevor Sie Chemikalien einsetzen, müssen die Wasserwerte stimmen. Schwarzalgen gedeihen besonders gut in Wasser mit instabilem pH-Wert.
- pH-Wert: Stellen Sie diesen auf 7,0 bis 7,4 ein. In Deutschland gilt ein pH-Wert von 7,2 als ideal für die Wirksamkeit von Chlor.
- Alkalinität: Der Wert sollte zwischen 80 und 120 ppm liegen, um den pH-Wert zu puffern.
2. Mechanische Zerstörung (Der wichtigste Schritt)
Da Schwarzalgen eine wasserabweisende Schutzschicht besitzen, wirken flüssige Chemikalien allein nicht. Sie müssen die Oberfläche mechanisch aufbrechen.
- Bei Betonbecken: Verwenden Sie eine Bürste mit Edelstahlborsten. Schrubben Sie die schwarzen Flecken kräftig ab, um die Schutzschicht zu durchbrechen.
- Bei Folien- oder GFK-Becken: Verwenden Sie eine harte Nylonbürste, um die Oberfläche nicht zu beschädigen.
- Tipp: Schrubben Sie auch um Leitern, Düsen und Beleuchtungen herum.
3. Gezielte Schockchlorung (Stoßchlorung)
Nachdem die Algen „geöffnet“ wurden, folgt die chemische Keule. Eine normale Chlordosis reicht hier nicht aus.
- Führen Sie eine Stoßchlorung (Schockchlorung) durch. Erhöhen Sie den Gehalt an freiem Chlor auf mindestens 10-20 mg/l (ppm).
- Führen Sie diesen Schritt vorzugsweise abends oder nachts durch, damit das UV-Licht der Sonne das Chlor nicht vorzeitig abbaut.
4. Einsatz von Algiziden
In Deutschland sind spezielle Algizide gegen Schwarzalgen erhältlich (oft auf Kupferbasis oder spezielle Breitband-Algizide).
- Geben Sie das Algizid gemäß Herstelleranweisung direkt in den Pool oder (bei Steinbecken) reiben Sie eine Chlortablette direkt über die hartnäckigen Stellen.
5. Filtration und Reinigung
- Lassen Sie die Filteranlage für mindestens 24 bis 48 Stunden im Dauerbetrieb laufen.
- Filterrückspülung: Spülen Sie den Sandfilter regelmäßig rück (Backwash) oder reinigen Sie die Filterkartusche gründlich, um die abgestorbenen Algensporen aus dem System zu entfernen.
- Ein Poolroboter (z.B. von Aiper) kann helfen, die gelösten Algenreste vom Boden aufzusaugen, ersetzt aber nicht das manuelle Schrubben der Wände.
6. Vorbeugung: Damit die Algen nicht zurückkehren
Schwarzalgen werden oft durch Badekleidung oder Spielzeug aus natürlichen Gewässern (Seen/Meer) eingeschleppt.
- Desinfizieren Sie Badekleidung und Spielzeug gründlich.
- Halten Sie den Phosphatgehalt niedrig (Phosphatentferner nutzen), da Phosphate als Nahrung für Algen dienen.
- Bürsten Sie die Poolwände auch bei klarem Wasser einmal pro Woche ab.
Zusammenfassung: Die Bekämpfung von Schwarzalgen erfordert Geduld und körperlichen Einsatz. Ohne das aggressive Bürsten der Befallsstellen wird keine chemische Behandlung dauerhaft erfolgreich sein.