Kompost auf dem Rasen verteilen: natürlich düngen mit Topdressing
Eine dünne Schicht Kompost auf einem bestehenden Rasen, das sogenannte Topdressing, bringt organische Substanz in den Boden und versorgt das Gras über die Saison langsam mit Nährstoffen. Üblich sind etwa 3 mm, direkt nach dem Aerifizieren in den Boden eingearbeitet, und insgesamt nicht mehr als 5 mm pro Jahr.
Die Schicht muss dünn bleiben. Zu viel Kompost erstickt das Gras und bildet eine Kruste, die Wasser abweist. Es kommt also darauf an, die richtige Menge des richtigen Komposts zu kaufen und gleichmäßig zu verteilen.
Was Kompost für einen Rasen leistet
Kompost verbessert den Boden, in dem das Gras wächst. In Lehmboden lockert er die Erde, sodass Luft und Wasser durchkommen. In Sandboden hilft er dem Boden, Wasser und Nährstoffe länger zu halten.
Außerdem düngt er den Rasen, wenn auch langsam. Kompost gibt Nährstoffe über Monate ab, während Bodenmikroben ihn abbauen, und der Rasen wird so über die ganze Saison gleichmäßig versorgt.
Bei den meisten Rasenflächen senkt Kompost den Düngerbedarf, ersetzt Dünger aber nicht vollständig. Eine Bodenanalyse zeigt, was dem Rasen nach dem Topdressing noch fehlt.
Den richtigen Kompost für das Topdressing wählen

Kompost unterscheidet sich stärker, als die meisten erwarten, denn er kann aus Gartenabfällen, Mist, Küchenabfällen oder Klärschlamm entstehen. Fürs Topdressing zählen Struktur und Reife mehr als die Herkunft.
Die Bundesgütegemeinschaft Kompost bevorzugt für den Garten- und Landschaftsbau feinkörnigen Kompost. Mit dieser Checkliste prüfen Sie im Gartencenter oder beim Schüttgut-Händler, ob ein Kompost passt:
- Farbe und Struktur: dunkel wie Mutterboden, locker und krümelig
- Körnung: fein gesiebt, damit er zwischen die Grashalme rieselt
- Geruch: erdig, wie Waldboden. Ein starker Ammoniak- oder Schwefelgeruch zeigt, dass der Kompost nicht fertig verrottet ist
- Fremdstoffe: kein Glas, Plastik, keine Steine und keine großen Holzstücke
Unfertigen Kompost sollten Sie meiden. Er kann das Gras verbrennen und dem Boden Stickstoff entziehen, solange er weiter abgebaut wird.
Wie viel Kompost Sie kaufen müssen
Die Menge berechnen Sie so: Rasenfläche in m² × Schichtdicke in m = Kubikmeter Kompost. Die Bundesgütegemeinschaft Kompost rechnet 1 Liter Kompost je m² als 1 mm Schichthöhe. Die Bayerische Gartenakademie (LWG) nennt für den Rasen 3 Liter je m², im Frühjahr aufgebracht und eingeharkt.
Bei 3 mm ergibt das:
| Rasenfläche | Kompost lose (Schüttgut) | Säcke à 50 Liter |
|---|---|---|
| 100 m² | 0,3 m³ | 6 Säcke |
| 250 m² | 0,75 m³ | 15 Säcke |
| 500 m² | 1,5 m³ | 30 Säcke |
| 1.000 m² | 3 m³ | 60 Säcke |
Ab etwa 250 m² ist lose gelieferter Kompost, der nach Kubikmetern berechnet wird, meist günstiger und deutlich weniger Arbeit als Sackware. Lassen Sie ihn auf einer Plane in der Einfahrt abladen, möglichst nah am Rasen.
Wann Sie den Kompost ausbringen

Bringen Sie Kompost aus, solange das Gras aktiv wächst und der Boden feucht ist, damit der Rasen innerhalb von ein bis zwei Wochen durch die Schicht wächst. Meiden Sie heiße, trockene Phasen, denn dann stressen das Aerifizieren und die zusätzliche Schicht das Gras.
- Rasen aus Kaltzeitgräsern (Wiesenrispe, Deutsches Weidelgras, Rotschwingel): Das Frühjahr ist das erste Zeitfenster, am besten nach dem Vertikutieren und dem Entfernen von Moos, wie es die LWG empfiehlt. Der Frühherbst ist die zweite Wahl.
- Rasen aus Warmzeitgräsern (Bermudagras, Zoysia; in Deutschland selten, in Südeuropa verbreitet): Spätfrühling bis Frühsommer, sobald das Gras vollständig ergrünt ist.
Topdressing im Herbst auf einem Kaltzeitrasen passt gut zur Nachsaat. Der Kompost gibt dem neuen Saatgut ein gutes Keimbett.
So verteilen Sie Kompost auf dem Rasen
Aerifizieren Sie zuerst und verteilen Sie den Kompost danach. Die Löcher vom Aerifizieren bringen den Kompost bis in die Wurzelzone.

So bringen Sie Kompost auf Ihrem Rasen aus:
- Mähen Sie den Rasen etwas kürzer als sonst und harken Sie Schnittgut und Laub ab.
- Aerifizieren Sie den gesamten Rasen mit Hohlzinken. Lassen Sie die Erdpfropfen auf der Oberfläche liegen, denn sie zerfallen und vermischen sich mit dem Kompost.
- Verteilen Sie den Kompost. Auf kleinen Flächen kippen Sie Schaufeln voll in kleinen Haufen im Abstand von einigen Metern aus. Auf größeren Flächen nehmen Sie einen Schleuder- oder Fallstreuer, sofern der Kompost hindurchrieselt.
- Harken Sie die Haufen zu einer gleichmäßigen Schicht von etwa 3 mm aus, mit der Rückseite eines Planierrechens oder Rasenrechens. Die Grashalme sollen noch durchschauen.
- Ziehen Sie den Rechen noch einmal über die Fläche, um den Kompost in die Löcher einzuarbeiten und die Erdpfropfen zu zerkleinern.
- Wenn der Rasen lückig ist, säen Sie jetzt nach, solange der Kompost frisch ist und die Löcher offen sind.
- Wässern Sie den Rasen am selben Tag gründlich.
Wenn Sie nach dem Harken keine Grashalme mehr sehen, ist die Schicht zu dick. Harken Sie den Überschuss auf dünne Stellen oder kahle Flecken.
Den Kompost einwässern
Wasser spült den Kompost in die Löcher und um die Graskronen herum. Es spült außerdem Salze aus dem Kompost, was nach jedem Auftragen auf der Oberfläche sinnvoll ist.
Geben Sie dem Rasen am Tag des Ausbringens eine gründliche Wassergabe. Wenn Sie nachgesät haben, halten Sie die obersten 1 cm Boden jeden Tag leicht feucht, bis die Saat aufgeht, und gehen Sie dann zu selteneren, tieferen Wassergaben zurück.
Diesen täglichen Rhythmus vergisst man leicht. Der Aiper IrriSense 2 übernimmt ihn automatisch: Mit getrennten Zonen bekommen nachgesäte Bereiche kurze tägliche Zyklen, während der übrige Rasen im normalen Rhythmus bleibt, und bei Regen pausiert er von selbst.
Düngen nach dem Kompost
Kompost enthält bereits relativ viel Phosphor und Kalium, wie die LWG festhält. Wir raten von Produkten mit hohem Phosphoranteil ab, außer Sie legen einen neuen Rasen an oder eine Bodenanalyse zeigt, dass der Boden Phosphor braucht.
Braucht der Rasen nach dem Topdressing noch Dünger, wählen Sie einen mit keinem oder wenig Phosphor (die mittlere Zahl im NPK-Verhältnis auf dem Sack). Warten Sie, bis das Gras gut durch die Kompostschicht wächst, bevor Sie düngen.
Was Sie mit der Zeit erwarten können
Eine Anwendung verbessert den Boden ein wenig. Der eigentliche Unterschied zeigt sich nach zwei bis drei Jahren mit jährlichem Topdressing: Der Boden wird dunkler, hält Wasser länger und trägt dichteres Gras.
Wiederholen Sie die Bodenanalyse alle vier bis fünf Jahre, wie es die LWG empfiehlt. Regelmäßiger Kompost kann pH-Wert und Nährstoffgehalt verschieben, und die Analyse zeigt, wie viel Dünger der Rasen noch braucht.
