Ein Leck im Pool finden: Farbstofftest, Eimertest und Drucktest
Pools verlieren ständig Wasser durch Verdunstung. In einer heißen, trockenen, windigen Woche kann ein unabgedeckter Pool täglich etwa 6 mm verlieren, ganz ohne dass irgendetwas kaputt ist.
Kommen noch ein paar Poolpartys und etwas Schwappwasser dazu, redest du dir schnell ein strukturelles Problem ein, dabei ist es einfach nur Hochsommer.
Der erste Schritt ist also, ein Leck überhaupt nachzuweisen.
Danach folgt der Ablauf in etwa so: erst herausfinden, ob das Wasser über das Becken selbst oder über die Rohrleitungen verschwindet, dann die genaue Stelle eingrenzen.
Drei Tests erledigen den Großteil dieser Arbeit. Keiner davon braucht mehr als Ausrüstung für unter 20 Euro, und zwei davon kannst du nebenbei laufen lassen, während du im Garten etwas anderes erledigst.
Zuerst der Eimertest
Der Eimertest beantwortet eine einzige Frage: verliert dein Pool schneller Wasser, als es die Verdunstung allein erklären könnte?
Nimm einen Eimer mit rund 19 Litern Fassungsvermögen.
Stell ihn auf die zweite Stufe deines Pools, sodass er teilweise eingetaucht und stabil steht, du willst ihn in derselben Luft, derselben Sonne und demselben Wind wie die Poolfläche haben, denn genau darum geht es. Fülle den Eimer mit Poolwasser, bis der Innenpegel ungefähr dem Außenpegel entspricht.
Markiere beide Stände. Klebeband auf der Innenseite des Eimers, Fettstift außen, eine Wasserlinie an der Fliese, Hauptsache, du hast eine Linie, die du 24 Stunden später präzise ablesen kannst.
Dann lass alles in Ruhe. Pumpe läuft normal weiter. Kein Schwimmen. Kein Rückspülen. Kein Nachfüllen.
Komm einen Tag später zurück und vergleiche.
Sind beide Pegel um denselben Betrag gesunken, ist das Verdunstung, und dein Pool ist in Ordnung. Ist der Pool merklich stärker gesunken als der Eimer, hast du ein Leck. Jetzt bedeutet die Zahl vor dir tatsächlich etwas.
Wiederhole den Test, wenn das erste Ergebnis knapp ausfällt. Ein Unterschied von rund 6 mm kann Messungenauigkeit sein, ein Unterschied von 25 mm nicht.
Hier ist die Variante, die dir jede Menge Sucharbeit erspart: Führe den Test noch einmal durch, mit ausgeschalteter Pumpe für die vollen 24 Stunden.
Verliert der Pool Wasser, während die Pumpe läuft, bleibt der Pegel aber stabil, wenn sie aus ist, liegt das Leck auf der Druckseite deiner Rohrleitungen, etwa an den Rücklaufleitungen oder direkt an der Technikstation.
Verliert er bei ausgeschalteter Pumpe mehr, liegt das Problem wahrscheinlich auf der Saugseite oder an einem Leck unterhalb der statischen Wasserlinie im Beckenkörper selbst. Derselbe Verlust in beiden Fällen deutet eher auf die Bausubstanz als auf die Rohrleitungen hin.
Dieser eine Vergleich schließt die Hälfte der möglichen Ursachen aus, bevor du überhaupt nass geworden bist.
Der Farbstofftest: Hier findest du die genaue Stelle
Sobald du weißt, dass das Wasser über den Beckenkörper verschwindet, hilft dir der Farbstofftest, die genaue Stelle einzugrenzen.
Kauf spezielle Lecksuch-Farbe. Lebensmittelfarbe ist kein Ersatz, sie verteilt sich zu schnell und zu dünn, um sie noch ablesen zu können.
Der Pool muss völlig still stehen.
Das heißt: Pumpe mindestens eine Stunde aus, keine Schwimmer, im Idealfall auch kein Wind. Jede Strömung im Wasser zieht die Farbe mit sich und liefert dir falsche Hinweise, die dich an der falschen Wand suchen lassen.
Dann:
- Steig ins Wasser oder beug dich über den Rand, wenn die verdächtige Stelle flach genug liegt.
- Beweg dich langsam, deine eigene Bewegung ist hier die größte Störquelle.
- Gib etwas Farbe etwa 2,5 cm von der zu prüfenden Fläche entfernt ins Wasser und beobachte, was passiert.
Gibt es ein Leck, wird die Farbe in einem sichtbaren Faden zum Riss oder zur Verschraubung gezogen. Das ist eindeutig, sobald es passiert, da muss man nichts interpretieren.
Wo du suchen solltest, in der Reihenfolge, in der diese Stellen tatsächlich versagen:
- Lichternischen: Das Leerrohr, das aus der Rückseite der Nische führt, gehört zu den häufigsten Leckstellen in Einbaupools, und es versteckt sich gut, weil die Nische selbst völlig intakt aussieht.
- Skimmerschlund: Die Verbindung zwischen dem Kunststoffkörper des Skimmers und der Beckenwand löst sich mit der Zeit, besonders bei Pools, die schon Frostperioden hinter sich haben. Trag hier Farbe entlang der Naht auf.
- Rückläufe und Hauptabfluss: Prüf die Düsenaugen und den Ring darum.
- Fliesenlinie und Dehnungsfugen: Vinylauskleidungen versagen an Nähten und rund um Anschlüsse; Putz und Gunit reißen an Belastungspunkten.
- Stufen und Stufenecken: Hohle Fiberglasstufen in Vinylpools reißen dort, wo sie sich verbogen haben.
Hat sich der Wasserstand im Pool irgendwann von selbst stabilisiert und sinkt nicht weiter, schau dir genau dieses Niveau an. Das Wasser hört auf zu entweichen, sobald es unter das Leck sinkt. Diese Linie ist ein kostenloser Hinweis, den die meisten Leute trotzdem ständig übersehen.
Der Drucktest: Wenn der Beckenkörper sauber bleibt
Du hast den Eimertest gemacht, ein Leck bestätigt, jede erreichbare Verschraubung und Naht mit Farbe geprüft, und nichts gefunden.
Ein Drucktest isoliert jeweils eine Leitung und setzt sie unter Luft- oder Wasserdruck, um zu sehen, ob sie dicht hält. Du verschließt die Leitung am Beckenende mit einem expandierbaren Gummistopfen, schließt an der Technikstation eine Druckvorrichtung an, baust einen moderaten Arbeitsdruck auf und beobachtest das Manometer.
Bleibt der Druck stabil, ist die Leitung in Ordnung. Fällt er ab, ist die Leitung irgendwo zwischen den beiden Enden defekt.
Zwei Dinge sollte man hier ganz offen sagen.
Erstens: Das ist der Test, bei dem Do-it-yourself wirklich riskant wird.
Überdrückst du PVC, versagt es, manchmal heftig, und aus einem kleinen Leck wird eine gebrochene Leitung unter Beton. Die nötigen Drücke sind niedriger, als die meisten annehmen, und die Ausrüstung macht den Unterschied. Wenn du dir ein Set leihst und die Anleitung zum ersten Mal liest, geh vorsichtig mit dem Manometer um.
Zweitens: Selbst ein erfolgreicher Drucktest sagt dir nur, welche Leitung defekt ist, nicht an welcher Stelle.
Um den tatsächlichen Bruch unter einer Terrasse oder einem Rasen zu finden, brauchst du entweder Horchgeräte oder musst graben.
An diesem Punkt ist es kein Eingeständnis der Niederlage mehr, einen Profi zu holen, es ist die günstigere Option. Ein Lecksuchtechniker mit Akustikgerät findet die Stelle in einer Stunde, während du ein ganzes Wochenende mit einem gemieteten Presslufthammer verbringst, ohne fündig zu werden.
Erkenne, wann die Tests dich so weit gebracht haben, wie sie können.
Was Wasserverlust dich wirklich kostet
Ein Pool, der täglich rund 13 mm verliert, verliert auch ständig Chemikalien. Das bedeutet, dein Chlor- und Stabilisatorwert hält nie ein stabiles Niveau, und du dosierst gegen ein bewegliches Ziel.
Automatische Nachfüllventile verschleiern das ganze Problem, indem sie den Pegel konstant halten, während sie im Hintergrund deinen Wasserzähler laufen lassen und deine Wasserchemie rund um die Uhr verdünnen.
Schlimmer noch: Wasser, das durch einen Riss oder eine defekte Verschraubung entweicht, verschwindet nicht einfach, es landet irgendwo.
Unter der Terrasse, im Erdreich rund um den Beckenkörper, manchmal im Hohlraum unter dem Pool. Gesättigter Boden verschiebt sich. Sich verschiebender Boden bewegt die Struktur. Ein Leck, das im Frühjahr noch ein paar hundert Euro Reparaturkosten gekostet hätte, wird im Jahr darauf zu einer abgesackten Terrasse und gerissenen Beckenrand-Fugen.
Die Verzögerung kostet Geld. Nicht das Leck selbst.
Bevor du testest: Sorge für klares Wasser
Ein praktischer Hinweis, der alles einfacher macht: Keiner dieser Tests funktioniert gut in einem trüben Pool mit Schmutz am Boden.
Besonders der Farbstofftest hängt vollständig davon ab, ob du einen dünnen Farbfaden über ein paar Zentimeter im Wasser verfolgen kannst. Genau die wichtigsten Leck-Hinweise, wie ein Haarriss im Putz oder eine Ablösung am Skimmerschlund, verschwinden unter einer Schicht Schmutz.
Ein kabelloser Poolroboter wie die Modelle aus Aipers Poolroboter-Reihe, den Tag vor dem Test durch den Pool laufen zu lassen, löst dieses Problem. Er reinigt Boden und Wände, wirbelt abgesetzten Schmutz auf, der das Wasser sonst genau in dem Moment trübt, in dem du reinsteigst und dich zu bewegen beginnst, und hinterlässt saubere Flächen, die du wirklich genau untersuchen kannst.
Klares Wasser und ein sauberer Beckenkörper machen aus einem frustrierenden Nachmittag des Herumkneifens einen Test, der dir eine eindeutige Antwort gibt.